Allgemeine eigenschaften

Unter ihnen ist auch Rutilio Benincasa, geboren in Tursano in der Provinz Reggio Calabria 1555, der besonders in Sizilien sehr bekannt war, wo, so erzählt der Historiker Giuseppe Pitrè, alle Kabbalisten vom ersten bis zum letzten Rutilio Benincasa kennen, den fast alle 'Rutiliu' nennen, wodurch der Name des Schriftstellers mit seinem Werk identifiziert wird. In Wahrheit hat das Buch, dass für viele Jahre die Bibel der Spieler war oder sogar Der berühmte Almanach von Rutilio Benincasa, nichts mit Lotto zu tun, oder zumindest nicht in der originalen Fassung, sondern behandelt die Sternzeichen des Zodiak ie Auswirkungen des Mondes auf die Gezeiten, Aufzeichnungen zum Wind und zur Navigation.

Das von Pitrè zitierte Werk ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein durch unbekannte Hand verfälschtes Werk, um Elemente der Geometrie für wahrsagerische Zwecke hinzuzufügen. Obwohl es sich bei jenem Werk von Rutilio lediglich um einen literarischen Mythos handelt, werden die Kabbala noch immer nach der modernen Fassung von Smorfia gedruckt.

Dem Astrologen aus Kalabrien oder seinem mysteriösen Fälscher wird der Verdienst zuteil, die wichtigste Regel der oft gezogenen Zahlen intuitiv erkannt zu haben, nach welcher eine Art Magie der Ähnlichkeiten eine Ziehung die andere bedingt, als ob bestimmte Zahlen miteinander in einer Reihenfolge der oft gezogenen Zahlen verbunden wären. In Bezug auf die Berühmtheit von Rutilio darf man einen kuriosen Widerspruch nicht vergessen, der nicht einmal dem strengsten Zensor des Lottospiels erspart blieb, dem Anwalt der römischen Kirche Pietro Pompilio Rodotà, der in seinem Werk Über die Spiele der Industrie, das Schicksal und Mystik aus dem Jahr 1769 anfangs feurige Wort gegen die Kabbala verbreitete, er bezeichnet sie darin als willkürlich, kindisch, extravagant und mehrdeutig, dann, wenn es sich um den handelt, der für den Meister gehalten wurde, Rutilio, dämpft er den Schlag und nennt ihn einen exzellenten Philosophen, Mathematiker und Astronomen.
Wie es auch sein mag, zu diesem Zeitpunkt wird der Leser schon auf ein Beispiel neugierig sein.

Hier ist die vermutlich Rutilianische Regel, ausgelegt um die oft gezogenen Zahlen für irgendeinen Monat zu ziehen. Ich gebe sie getreu an euch weiter wie sie vom Astronomen, Physiker und Kabbalisten aus Venedig Pietro Casamia überliefert wurde: "Um diesen Vorgang durchzuführen, d.h. um die wahre oft gezogene Zahl des

Monats zu erhalten, ist es zuerst wichtig zu wissen, wie viele Tage der Mond an diesem ersten Tag des Monats hat, den wir uns anschauen wollen. In unserem Beispiel betrachten wir die oft gezogene Zahl für den Monat Juni 1784 und wir werden im Umlauf des Monds meines astrologischen Kreises sehen, dass wir, so denke ich, von allen Berechnungen am wahrscheinlichsten dreizehn Tage des Mondes am ersten Junitag sehen werden, das bestätigt, gehen wir zu den algebraische Tabellen von zwei Himmelskörpern, die Sonne und der Mond; wenn wir uns zuerst die Sonne anschauen, kommen wir zum 13°, sofern für 30 Grad berechnet wurde, welche die monatlichen Grad darstellen, und in diesem 13°, die Tage des Mondverlaufs, finden wir die drei Zahlen 79, 12 und 86 und mit diesen drei Zahlen bilden wir eine Pyramide, wobei wir wie üblich in der Kunst des Kabbala die 9 wie folgt herausnehmen:

Regel Rutiliu 79, 12 y 86

Regeln wie diese stellen nur einen kleinen Bruchteil der unendlichen Folgen dar, welche die unzähligen Kabbalisten im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben.

Immer kompliziertere Systeme waren für die Menschen schwer zu verstehen und sie zogen die zugänglichere Kunst der Erleuchteten vor, die kein Wissen über Mathematik oder Astrologie voraussetzt, sondern höchstens auf Smorfia verweist. Auf diese Weise kam es nach vielen Jahrhunderten 800 zum Niedergang der letzten Kabbalisten, da sie sich auf eine Wissenschaft versteift hatten, die in sich selbst geschlossen war und nicht weiterentwickelt werden konnte. Am Beginn des laufenden Jahrhunderts verbrachten die letzten Kabbalisten in Neapel ihre Zeit bei einem Kaffee, während sie von den Erleuchteten verspottet wurden, für die ein kleines Schläfchen schon ausreicht, um die richtigen Zahlen zu finden.